«Allein zu sein ist schlimm»

Veröffentlicht am 15. Dez. 2011 von

Be­such in der Gas­sen­kü­che zur Vorweihnachtszeit

Das Team der Gas­sen­kü­che sorgt im­mer für gute Stimmung.

Weih­nachts­zeit in der Gassenkü­che Frau­en­feld. Wer denkt es herrscht zu die­ser be­sinn­li­chen Zeit be­drückte Stim­mung hat sich ge­irrt – wir wa­ren zu ei­ner Por­tion Älp­ler­ma­gro­nen mit Speck eingeladen.

Ein süss­li­cher Duft zieht durch das Ge­bäude an der Gra­ben­strasse in Frau­en­feld. Es wird ge­kocht. Drei Fran­ken für Suppe, Sa­lat, Älp­ler­ma­gro­nen und ein Stück Ku­chen zum Des­sert. Ge­gen 40 Für­sor­ge­emp­fän­ger und Men­schen am Exis­tenzminimum ha­ben am letz­ten Mitt­woch den Weg in die Institu­tion ge­fun­den. Kurz nach 12 Uhr herrscht Hoch­be­trieb in der Gas­senküche. Die ers­ten ge­hen, die nächs­ten kom­men, da­zwi­schen ba­lancieren die Köchinnen.

Weih­nach­ten ist kein gros­ses Thema. Ich machte die Runde und setzte mich zu den Gäs­ten. Viele ha­ben et­was ge­mein­sam: Sie le­ben al­lein, und sie es­sen meis­tens al­lein. Trotz­dem finde ich schnell ins Ge­spräch. «Weih­nach­ten wird über­be­wer­tet, bes­ser man würde auch un­ter dem Jahr die schö­nen Er­leb­nisse fei­ern, als den Fo­kus nur auf die Weihnach­ten zu le­gen», er­klärt mir ein äl­te­rer Herr wäh­rend er ge­nüss­lich den fri­schen Sa­lat ver­zehrt. «Wir sind hier der harte Kern», tönt es vom ande­ren Ende des Ti­sches. «Wir kom­men als erste und ge­hen im­mer als letz­te. Die Gas­sen­kü­che ist uns enorm wich­tig, denn sonst kommt es we­gen dem fi­nan­zi­el­len nicht in Frage aus­wärts zu Es­sen». An­ge­spro­chen auf die an­ste­hende Weih­nachts­zeit wer­den die Gäste we­ni­ger red­se­lig, was der aus­ge­zeich­ne­ten Stim­mung in der Gas­sen­kü­che aber kei­nen Dämp­fer ver­setzt. Viele sind an Weih­nach­ten bei Ver­wand­ten oder der Fa­mi­lie, an­dere wie­derum fei­ern ge­mein­sam mit ih­ren Kat­zen, doch so rich­tig wich­tig scheint die Weih­nach­ten nicht zu sein. «Es ist noch ein we­nig früh», ver­mu­tet  San­dra Kern, In­iti­an­tin der Frauen­felder Gas­sen­kü­che. «Je nä­her die Weih­nachts­tage kom­men, umso sen­si­bler wird das Thema». Auf den Ti­schen ste­hen kleine Säck­chen mit fri­schen «Guätzli», ge­spon­sert von Pri­vat­leu­ten aus der Stadt, trotz­dem, von Weih­nach­ten ist in der Gas­sen­kü­che nicht viel zu spü­ren. «Wir re­den hier über al­les Mög­li­che, doch die Weih­nach­ten sind kein gros­ses Thema. Viele auch wol­len wäh­rend dem Es­sen gar nicht ge­stört wer­den», ver­rät eine jün­gere Dame wäh­rend dem Dessert.

Ein­la­dung auf Schloss Klin­gen­berg: Ste­fan Pfan­zelt, Pa­tron des Schlos­ses lädt die Gas­sen­kü­che am 28. De­zember schon zum zwei­ten Mal zum Es­sen ein, die­ses Jahr zum ers­ten Mal für ein Weih­nachts­es­sen. Laut San­dra Kern ist die Teilneh­merliste lang: «Da kommt be­stimmt Weih­nacht­li­ches Flair auf».

Thur­gauer Nach­rich­ten, Bild und Text: Lui Eigenmann

 


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